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Urlaubsreise oder Winterschlaf? - So bereiten sich Tiere auf den Winter vor

Auch Tiere haben Rituale, die sie in der Herbst- und Winterzeit vollziehen. Nicht alle Tiere haben die gleichen Strategien, aber reden wir jetzt nicht lange um den heißen Brei, sondern fangen an.

 

Wer aus dem Fenster schaut, kann beobachten, wie Vögel sich im Herbst sammeln und im Schwarm wegfliegen. Theoretisch könnten die Vögel die weite Strecke alleine bewältigen, aber alle Arten, besonders Kraniche und Gänse fliegen in V-Formation. Diese Flugformation spart Energie, und die Tiere nutzen günstige Luftströmungen, die durch die Flügel der vorausfliegenden Vögel entstehen. Der Vogel an der Spitze wird natürlich auch mal müde und darum häufig abgelöst. Ich denke, alle Vögel fliegen in Schwärmen, da sie es bestimmt nicht schaffen würden. Vögel können nicht hier in Deutschland bleiben, da sie nicht genügend Nahrung finden. Das ist der Hauptgrund für ihre Reise, die nach Südeuropa oder sogar Afrika führt. Sobald die Tage kürzer werden, erinnert sie ihre innere Uhr, dass bald eine Reise angetreten werden muss. Das Verhalten ist ihnen in die Gene gelegt, und ein bisschen schauen es sich von ihren Eltern ab.

Da Vögel selbstverständlich kein Navi besitzen, nutzen sie zur Orientierung die Sonne und die Sterne. Außerdem haben Vögel die Fähigkeit, das Magnetfeld der Erde wahrzunehmen. Manche erkennen sogar Flüsse, Berge oder Landschaften wieder und wissen, wo sie sich befinden. Viele Vögel kehren jedes Jahr in dieselben Brutgebiete zurück.

 

Was aber machen die Waldtiere wie Fuchs, Eichhörnchen und Igel?  Sie können ja nicht wie Vögel fliegen, und das sähe bestimmt ziemlich komisch aus. Wie zu Beginn schon gesagt, ziehen wir uns Klamotten an. Bei Waldtieren würde das bestimmt albern aussehen. Deswegen fressen sie sich Fettreserven an Danach halten sie von November bis März oder April Winterschlaf. Dabei sinken ihre Körpertemperatur, ihr Herzschlag und ihre Atemfrequenz. Gelegentlich wachen die Tiere kurz auf.

Nicht alle Tiere verschlafen den ganzen Winter. Eichhörnchen und Dachse halten beispielsweise Winterruhe. Das bedeutet, dass sie viel schlafen, aber regelmäßig aufwachen, um nach Nahrung zu suchen. Eichhörnchen haben bereits im Herbst fleißig Nüsse und Samen gesammelt und an verschiedenen Orten versteckt. Im Gegensatz zum Winterschlaf sinkt ihre Körpertemperatur bei der Winterruhe nur wenig.

Eine ganz andere Strategie haben Frösche, Eidechsen und manche Insekten. Sie fallen bei niedrigen Temperaturen in die sogenannte Winterstarre. Da ihre Körpertemperatur von der Umgebung abhängt, werden sie bei Kälte immer unbeweglicher. Ihr Herz schlägt langsamer und ihr Stoffwechsel wird stark heruntergefahren. Die Tiere verstecken sich an frostgeschützten Orten, beispielsweise unter Laub oder in Erdlöchern. Erst wenn die Temperaturen im Frühjahr wieder steigen, werden sie aktiv. Doch nicht alle Tiere ziehen sich im Winter zurück. Füchse, Rehe und Wildschweine bleiben auch bei eisigen Temperaturen aktiv und müssen weiterhin nach Nahrung suchen. Ein dichteres Winterfell schützt sie vor der Kälte, während sie versuchen, möglichst wenig Energie zu verbrauchen.

 

Während wir Menschen uns auf gemütliche Abende mit einer warmen Tasse Tee freuen, beginnt für viele Tiere eine herausfordernde Zeit. Zum Glück hat die Natur ihnen verschiedene Möglichkeiten mitgegeben, um die kalten Monate zu überstehen. Vielleicht sollten wir beim nächsten Herbstspaziergang etwas genauer hinschauen, denn unter einem unscheinbaren Laubhaufen könnte sich bereits ein kleiner Igel auf seinen Winterschlaf vorbereiten. Deshalb sollten wir die Natur möglichst in Ruhe lassen, damit im Frühling alle wieder munter unterwegs sein können.

 

Mara Heß

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