Unser Grundgesetz feiert Geburtstag
Erarbeitet und beschlossen wurde es nach dem Zweiten Weltkrieg als vorläufige Verfassung. Aber da es nicht mehr geändert wurde, hält ganz Deutschland seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 daran fest.
Aber worum geht es in dem wichtigsten deutschen Gesetz? Das klären wir jetzt und nachher sind wir schlauer oder jubeln, dass wir die wichtigsten Fakten wissen. In den zahlreichen Artikeln des Grundgesetzes werden unsere Grundrechte, der Aufbau des Staates, die Arbeitsweise der Regierung und der Schutz der Demokratie geregelt. Der Satz, der wohl jeden Menschen bekannt sein sollte, lautet: „Die Würde ist unantastbar.“, was so viel bedeutet, dass jeder Mensch wertvoll ist, und er muss respektiert und geschützt werden. Das ist sehr wichtig.
In unserer Verfassung sind die Grundrechte verankert. Dazu zählen die Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Gleichberechtigung oder die Brief- oder Vereinigungsfreiheit. Meinungsfreiheit bedeutet, dass jeder Mensch eine eigene Meinung zu Themen haben kann, aber man darf andere nicht beleidigen, nur weil sie anderer Meinung sind. Religionsfreiheit bedeutet, dass jeder selbst entscheiden kann, ob er eine Religion haben möchte oder nicht. Das Gesetz der Gleichberechtigung bedeutet, dass alle die gleichen Rechte haben sollen. Frauen und Männer sind gleichberechtigt. Niemand darf wegen Herkunft, Behinderung, Religion oder Hautfarbe schlechter behandelt werden.
Das Grundgesetz ist so wichtig, weil man nach dem Nationalsozialismus verhindern wollte, dass Deutschland wieder eine Diktatur wird, und deshalb schützt das Grundgesetz Demokratie und Menschenrechte stark.
Am 23. Mai 2026 feiert das Grundgesetz seinen 77. Geburtstag. Aus diesem Grund kam Pater Thomas am 22. Mai in die Schule und hat den Schülerinnen und Schülern dazu einen Impuls gegeben. Am Morgen haben sich die Kinder und Jugendlichen der Mittelstufe und Hauptstufe mit ihren Lehrerinnen in unserer Mittelstufe zusammengefunden.
Pater Thomas hat die Kinder gefragt, warum es heute einen Impuls gibt, und er hat eine Geschichte erzählt. Ein Mann aus Paraguay sitzt im Gefängnis, und seine Tochter hat ein schönes Bild mit Vögeln gemalt, aber leider darf sie es nicht ihrem Vater geben. In der Kriegszeit war es verboten, gewisse Sachen zu tun. Zum Beispiel durfte man nicht rennen, nicht schwanger sein, oder auch Schmetterlinge und Vögel waren nicht gern gesehen. Das waren alles Zeichen von Freiheit und Spaß. Deswegen hat das Mädchen auch ihr Bild abgenommen bekommen, da sie schöne Vögel darauf gemalt hat. Beim nächsten Besuch durfte sie ihr Bild mit reinnehmen, auf dem Bild war ein wunderschöner großer Baum zu sehen, doch bei genauerem Hinschauen hat man kleine rote Punkte gesehen. Der Vater fragte: „was sind denn das für rote Punkte?“ „Das sind die Augen der Vögel, und weil es verboten ist, Vögel zu malen, habe ich nur die Augen gemalt. Sie sollen dir immer zeigen, dass man auch hinter Gittern an die Freiheit glauben soll.“
Da sich die Jugendlichen der Hauptstufe und Kinder der Mittelstufe in dem Fach Gesellschaftslehre mit Gesetzen beschäftigt haben, haben sie passend dazu einen kleinen Beitrag erarbeitet. Ein paar Kinder haben für sich die vier wichtigsten Grundrechte herausgesucht und vorgestellt, Menschenwürde, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Gleichheit vor dem Gesetz und Meinungsfreiheit. Letztlich geht es bei allen darum, dass wir hier in Frieden und Gleichberechtigung leben können und unsere Grundrechte beschützen müssen.
Abschließend haben die Schüler und Schülerinnen mit ihren Lehrern das Lied „gemeinsam wachsen“ gesungen.
Wundert euch also nicht, wenn am 23. Mai überall die Deutschlandfahnen geflattert haben, das hatte noch nichts mit der Fußball WM zu tun, sondern da feierten wir alle zusammen unser Grundgesetz.
Mara Heß