Stadtdetektive auf heißer Spur: Entdecke die Geheimnisse von Fulda
Das Wetter war zwar erst nicht so schön, aber sie haben sich nicht von ihrem Plan abhalten lassen und sind mit dem Stadtbus in die Stadt gefahren.
Dort angekommen, mussten die Kinder zum Spätlesereiter laufen, der im Inneren des Stadtschlosses sehr deutlich zu sehen ist. Von dort ging es dann auch los.
Die Stadtführerin Petra Sorg von der Stadt Fulda begrüßte alle sehr freundlich. Sie erzählte den Kindern etwas von der Statue, an der sie sich getroffen hatten. Im Jahr 1775 kam ein Bote nach Fulda, der Trauben brachte. Da diese schon schimmelig und schmierig waren, wollten sie sie zunächst entsorgen, doch der Wein, der daraus entstand, schmeckte besonders gut. So entstand die „Spätlese“- eine noch heute besondere Weinart.
Danach beschäftigte sich die Gruppe mit dem Stadtschloss. Früher war das Schloss die Residenz der Fuldaer Fürstäbte und Fürstbischöfe. Heutzutage befindet sich darin zum größten Teil die Stadtverwaltung. Die Schüler und Schülerinnen haben gestaunt, wie groß das Gebäude und wie alt es ist . Das barocke Stadtschloss wurde zwischen 1706 und 1714 von Johann Dientzenhofer erbaut. Dazu gehört auch der Schlossturm, den seit vergangenem Jahr eine neue Krone schmückt.
In der Nähe des Schlosses befindet sich der Schlossgarten, eine grüne Oase. Dort zeigte ihnen Petra Sorg ein besonderes „DING“. Die Kinder wunderten sich, was das komisches ist, und die Stadtführerin erklärte ihnen, um was es sich dabei handelt. Es war eine Floh- bzw. Läusefalle, in die hat man früher ein mit Blut getränktes kleines Tuch hineingesteckt und die Frauen haben es in der Nähe des BH getragen und die Männer in ihren Schuhen. „Ihh“ sagte ein Kind, doch eigentlich waren die Menschen früher sehr schlau, wenn man es näher betrachtet.
Die Bonifatius-Statue durfte auch nicht fehlen, da sich die Kinder damit beschäftigt haben. Sie wussten auch schon, dass der heilige Bonifatius früher mal in Fulda gelebt hat. Die Statue befindet sich auf dem Bonifatiusplatz und ihre Höhe beträgt fast vier Meter. Sie wurde zwischen 1830 und 1840 von Bildhauer Werner Hentschel erschaffen und 1842 aufgestellt.
Was zeichnet das Fuldaer Stadtpanorama in besonderer Weise aus? Richtig, der Fuldaer Dom. Die Kathedrale ist das berühmteste Wahrzeichen der Barockstadt, aber auch die bedeutendste Barockkirche in Hessen. Seit Fulda zum Fürstbistum 1752 erhoben wurde, ist das Gotteshaus Kathedrale und damit Bischofskirche. Darin ruht der Heilige Bonifatius. Bis heute ist sein Grab ein Wallfahrtsort für Gläubige aus aller Welt. Frau Sorg erklärte ein besonderes Ritual in der katholischen Kirche: Wenn sich Geistliche unter anderem während ihrer Priesterweihe mit weit ausgestreckten Armen auf den Fußboden in der Kirche legen, dann zeigen sie so, dass sie sich völlig Gott hingeben. Unser Schüler Paul hat es nachgestellt.
Die Orangerie gehört zu einer Stadtführung in Fulda dazu. In dem 300 Jahre alten Gebäude finden regelmäßig Feste und Veranstaltungen statt. Früher im 18. Jahrhundert haben die Fürsten in den hübschen Räumlichkeiten Sommerfeste ausgerichtet, und deswegen laden die Zimmer noch heute zum Feiern ein. Auf dem Dach kann man eine goldene Ananas sehen, da es das einstige Gewächshaus für exotische Zitruspflanzen war.
Zum Abschluss sind die Schüler und Schülerinnen zum Hexenturm gegangen. „Aber warum heißt der Turm Hexenturm?“, fragte eine Schülerin. Petra Sorg erzählte unter anderem, dass der Turm in der Unterstadt während der Hexenprozesse als Gefängnis diente.
Trotz des nassen Wetters haben die Schüler und Schülerinnen viel über Fulda erfahren. Viele werden künftig bestimmt mit ganz anderen Augen durch Fulda laufen, da sie wissen, was es alles Spannendes zu entdecken gibt.
Mara Heß