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„Schön, dass ich Teil des Seminars sein durfte“

Am 05.02.2026 fand bei antonius die Abschlusspräsentation des Seminars „Zukunft Inklusion“ der Hochschule Fulda statt. Das Besondere an diesem Seminar: Studierende der Hochschule und Menschen, die bei antonius arbeiten und leben, arbeiten gemeinsam an einem Projekt.

Ein ganzes Semester lang haben wir uns an einem Tag für zwei Stunden in der Hochschule getroffen. Jeweils zu Beginn führten uns Professorin Wiebke Falk, Carmen Raschke und Lysann Elze-Gischel in die jeweilige Thematik ein. Die andere Hälfte der Zeit haben wir in den Gruppen an unseren Projekten gearbeitet. Das Hauptthema war Zukunft Inklusion.

In einem Raum des Zitronenfalters präsentierten nun die einzelnen Projektgruppen ihre Ergebnisse. Zu Beginn begrüßten Sebastian Böhnisch, Lysann Elze-Gischel, Carmen Raschke und Professorin Wiebke Falk die Studenten und Gäste. Danach ging es mit dem Präsentieren los, und es wurden die Themen wie bessere Bezahlung in den Werkstätten, Wohnen, Schulbildung und Bildung für Alle vorgestellt.

Zuerst erzählte meine Gruppe, dass sie sich mit dem Thema „Bildung für Alle“ beschäftigt hat. Es gab einen Stadtplan. Darauf waren fünf Denkmäler mit einem QR-Code abgebildet, die abgescannt werden konnten. Dann ist ein Text auf dem Handy in leichter Sprache erschienen. Die Informationen über die Denkmäler kann man sich anhören oder auch nachlesen. Leider hat die Zusammenarbeit mit der Stadt Fulda nicht so geklappt, wie wir uns das gewünscht haben, aber wir haben das Beste aus der Situation gemacht und hoffen, dass dieses Projekt, das echt super ist, weitergeführt wird.

In einem Film hat eine junge Frau, die in dem Seminar mitgewirkt hat, vorgestellt, wie sie lebt. Bei antonius entstehen Wohnungen, in die Menschen mit und ohne Einschränkung einziehen können. Das Besondere daran ist: man kann sich untereinander helfen, also zum Beispiel geht man zusammen einkaufen oder man spricht sich ab, wer die Mülltonne rausstellt. In dem Film konnte man eine Wohnung sehen. Die Türen sind extra breiter gebaut, sodass man gut mit dem Rollstuhl durchkommt. In den Wohnungen können mehrere Menschen wohnen, und jeder hat sein eigenes Zimmer. „Ich hab‘ euch lieb, und ich bin dankbar, euch als Freunde gewonnen zu haben“, sagte die junge Frau. Das war ganz rührend.

Zwischendurch gab es eine kurze Pause, in der man sich im Foyer Essen und Getränke holen konnte.

In der Pause bestand die Möglichkeit, sich die einzelnen Projekte nochmal anzuschauen. Die Studenten haben in unterschiedlichen Formen ihre Ergebnisse präsentiert, wie eine Bilder Story, die an einer Pinnwand hing, oder den laminierten Stadtplan mit den QR-Codes.

Zum Thema Schulbildung wurde erklärt, dass es unterschiedliche Schulformen gibt und dass Inklusion in allen Bildungsbereichen stattfinden sollte. Außerdem muss jeder Arbeitgeber Menschen mit Behinderung einstellen. Ich finde es sehr schade, dass es überhaupt ein MUSS geben muss, da dies ja selbstverständlich sein sollte.

In einem weiteren Projekt hat man erfahren, wie viel man in einer Werkstatt bei antonius verdient und das dies ist nicht so viel ist. Dafür arbeitet man in den Werkstätten körperlich und über Jahre hinweg, und trotzdem kann man sich kaum was leisten. Das Ziel wäre ja alle Menschen in erster Linie auf den ersten Arbeitsmarkt zu bekommen. Viel Wichtiger war aber dem Mitarbeiter von antonius, dass er den Arbeitsvertrag kaum verstanden hat und sich doch für die Zukunft wünschen würde, dass ihm da mehr geholfen werden würde.

Während der Veranstaltung wurde von unterschiedlichen Personen gesagt: „Es ist so schön, dass ich Teil von dem Seminar sein durfte und wir jetzt Freunde sind.“ In den wenigen Wochen sind Freundschaften entstanden und es ist schön zu sehen, dass völlig fremde Menschen zueinander gefunden haben und Zeit miteinander verbracht haben. Ich glaube, dass sowohl die Studenten als auch die Menschen mit Behinderung von diesem Seminar profitiert haben.

Abschließend konnte das Publikum uns Fragen zu unseren Projekten stellen und mit uns ins Gespräch kommen. Es war ein sehr gemütlicher Austausch zwischen allen Menschen. Sie hoffen alle, dass dieses Projekt Früchte trägt …

 

Von Mara Heß

 

 

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