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Mit den Augen schreiben – Mit dem Herzen erzählen

Mein Name ist Mara Heß und ich arbeite an der Antonius-von-Padua-Schule. Zu meinen Aufgaben gehört es, Folien für die digitale Tafel zu gestalten. Diese enthalten viele schöne Fotos von Ausflügen oder Aktivitäten der einzelnen Stufen. Ich erstelle sie mit dem Grafikprogramm Canva und verziere sie anschließend passend.

Die Blogtexte schreibe ich mit dem Officeprogramm Word. Das macht mir besonders viel Freude, weil ich zeigen kann, wie viele wunderbare Worte in meinem Kopf sind – für all das, was die Schülerinnen und Schüler hier erleben. Außerdem pflege ich die Krankheitstage der Kinder in ein internes Programm ein.

All diese Aufgaben erledige ich mit einem Computer, der über eine Augensteuerung funktioniert. Aufgrund einer komplexen Behinderung sitze ich in einem E-Rollstuhl und habe keine Lautsprache sowie keine Feinmotorik, sodass ich nicht mit einer Tastatur arbeiten kann.

Die Augensteuerung funktioniert so: Am unteren Bildschirmrand befindet sich eine schmale Leiste mit Infrarotkameras, die meine Augenbewegungen erfassen. Öffnet man beispielsweise die Bildschirmtastatur, schaue ich einige Sekunden auf einen Buchstaben – und er wird geschrieben. So entstehen Wörter und schließlich ganze Texte.

Zusätzlich nutze ich ein augengesteuertes iPad, das an meinem Rollstuhl befestigt werden kann. Dort schreibe ich Texte, die anschließend abgespielt werden. Für die schnelle und liebste Kommunikation verwende ich außerdem eine Buchstabentafel mit Emojis. Mein Gegenüber hält sie mir hin, ich zeige auf die Buchstaben, die ein Wort ergeben, und diese werden laut mitgesprochen. So weiß ich, dass ich verstanden wurde.

Unterstützt werde ich von meiner Begleiterin, die die pflegerischen Aufgaben übernimmt und mir hilft, wenn ich am Computer Unterstützung brauche. Ohne sie könnte ich meine Arbeit nicht in dieser Form ausführen.

Ich wohne noch bei meinen Eltern und habe zwei Geschwister. Außerdem habe ich einen Havaneser, den ich über alles liebe. Nach der Arbeit sitze ich oft im Zwischenfersensitz auf dem Boden, weil ich dort vieles selbstständig machen kann, und widme mich meinem Lieblingshobby: dem Lesen. Romane und Thriller verschlinge ich förmlich – ich liebe es, in Geschichten einzutauchen.

Darüber hinaus spiele ich gern mit meinem Hund, höre Musik, treffe Freunde oder besuche Konzerte. Besonders gern höre ich Musik von Mark Forster, Roland Kaiser, Unheilig und vielen weiteren Künstlerinnen und Künstlern. Mit meinen Freunden gehe ich gerne in die Stadt und genieße die gemeinsame Zeit. Auch Spaziergänge mit meinem Hund mag ich sehr.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Eindruck davon geben, wer ich bin. Wenn Sie Fragen an mich haben, kommen Sie gerne auf mich zu.

Mara Heß

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