Ernten, schnippeln, genießen – alles rund um die Kartoffel
Überall sieht man Menschen in kuscheligen Jacken, an die man sich wieder gewöhnen muss, da man im Sommer nur leichte Klamotten getragen hat. Auch die im Frühjahr bestellten Felder bringen uns Erträge, und natürlich wollen die Feldfrüchte geerntet und verarbeitet werden.
Antonius hat ja ganz viele Arbeitsbereiche, in denen Menschen mit oder ohne Einschränkung zusammenarbeiten. Dazu gehört auch die Landwirtschaft. Diese Arbeit findet am antonius Hof im Haimbach statt, wo unterschiedliches Bio-Gemüse nach Bioland-Richtlinien angebaut wird; unter anderem auch die leckeren mehlig- oder festkochenden Kartoffeln.
Jetzt, wie jedes Jahr im September, war es wieder soweit: die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe sind mit antonius-Bussen zum Hof gefahren, um Kartoffeln zu lesen. Da sie in der Erde gewühlt haben, hatten sie Gummistiefel und Gartenhandschuhe an. Ein paar Kartoffeln wurden mit der Hand aus der Erde geholt. Bevor sie in den Eimer wanderten, wurden sie grob von Erde befreit. „Zum Glück habe ich Handschuhe an, sonst würden meine Hände schmutzig“, freute sich ein Schüler über seine Ausrüstung. Zuvor musste die Erde mit einer Grabegabel gelockert werden. Dadurch kommen die Kartoffeln ans Licht. Dann sammelt man sie mit den Händen auf und legt sie in einen Eimer, Korb oder eine Kiste. Dabei sollte man vorsichtig sein, damit die Kartoffeln nicht beschädigt werden. Eine andere Möglichkeit ist die Kartoffelmaschine, die über das Feld fährt und die Erde mit den Kartoffeln anhebt. Dann wird die Erde durch Siebe und Bänder abgeschüttelt. Die Kartoffeln bleiben übrig und werden in einen Behälter oder Anhänger befördert. Natürlich durften die Kinder, die wollten, auf der Kartoffelmaschine mitfahren. „es war hoch und aufregend.“, so die Halbwüchsigen.
Zurück in der Schule, wurden die Tage genutzt, um aus Kartoffeln etwas Leckeres zu kochen. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe haben mit ihren Lehrerinnen Kartoffeln mit grüner Soße zubereitet, was eigentlich ein Frühlingsgericht ist. Jedes Kind hat jeweils ein Brettchen, Schäler, Messer und Schürze mitgebracht. Zuerst hieß es Hände waschen, und dann ging es los. Eine Gruppe hat sich um die Kräuter, wie z.B. Schnittlauch, Petersilie und Dill gekümmert. Die andere Gruppe hat die Kartoffeln gewaschen, geschält und mit Hilfe im heißen Wasser gekocht. „Und jetzt fehlen nur noch die Eier“, sagte eine Schülerin. Die Zutaten landeten zusammen mit Quark in einer großen Schüssel und wurden schön vermengt. Zum Schluss haben sich die Schülerinnen und Schüler angestellt, und ihre Lehrerinnen haben ihnen grüne Soße mit Kartoffeln auf die Teller geschöpft.
Da wir so viele Kartoffeln hatten, hat unsere Hauptstufe leckere Kartoffelchips mit ihren Lehrerinnen zubereitet. Dazu mussten die Kartoffeln ebenfalls erst gewaschen, geschält und in dünne Scheiben geschnitten werden. Anschließend haben die Jugendlichen die Scheiben frittiert, bis sie knusprig waren und die Chips gewürzt. Gemeinsam wurden die Chips mit Ketchup und Mayonnaise schnabbuliert.
So wurde aus der Kartoffelernte gleich ein richtiges Erlebnis. Die Schülerinnen und Schüler konnten nicht nur sehen, wo Kartoffeln wachsen und wie sie geerntet werden, sondern auch selbst daraus leckere Gerichte zubereiten. Und am Ende waren sich bestimmt alle einig: Selbst geerntet und selbst gekocht schmeckt einfach besonders gut.
Mara Heß